In eigener Sache Bitcoin-Wahnsinn: Diese 10 Themen haben es in sich

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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eine leere gummizelle mit einem stuhl in der ecke

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2,5 Jahre Bitcoin-Wahnsinn: Diese 5 Themen haben mich als Krypto-Redakteur bewegt.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 5. August 2020 02:08 Uhr von Tornike Beradze

Bitcoin (BTC) ist eine dezentrale, peer-to-peer…. lassen wir das. Um es kurz zu machen: Dies ist mein letzter BTC-ECHO-Artikel. Danke an das tolle Team, unsere Community, die vielen freien Redakteure, die geholfen haben und helfen, den Laden am laufen zu halten. Bevor ich mich nun anderen Dingen widmen werde, hier noch mal eine Auswahl an 10 Themen, die mich in den letzten Jahren bewegt haben. Let’s fetz.

Wird der Ripple-Kurs bald bei 100 US-Dollar liegen?

Dieser Text war einer der ersten, die ich als festangestellter BTC-ECHO-Redakteur verfasst habe. Und er ist mir ganz schön um die Ohren geflogen. Relativ neu in der Materie, habe ich die zahllosen Ripple-to-the-Moon-Prognosen zum Anlass genommen, um eine simple Rechnung aufzustellen: Wie viel Kohle müsste in XRP fließen, dass der Ripple-Kurs einen Wert von 100 US-Dollar erreichen könnte?

Die Antwort: Viel zu viel, so gut wie unmöglich. Oder aber, besser gesagt: Es ist sehr unwahrschinlich. Was ich nicht einkalkuliert hatte, war die XRP-Army. Die fand das nämlich gar nicht cool. Was mir denn einfalle, mit dieser Milchmädchenrechnung den armen XRP so schlecht zu machen. Aber eigentlich war die Reaktion kein Wunder: Erschienen war er irgendwann im Januar 2018, als die Stimmung am Krypto-Markt ohnehin kippte. Bei einem der zahlreichen Backend-Umzüge ist der Arikel in den Tiefen von WordPress verloren gegangen. Schade drum. Vielleicht aber auch besser so.

MtGox und die ganze Bitcoin-Verbrecher-Bande

Was verkauft sich weitaus besser als Magic-the-Gathering-Spielkarten? Bitcoin. Dachten sich jedenfalls die Gründer von MtGox, jener ersten aller Bitcoin-Börsen, von der heute nur noch ein Scherbenhaufen übrig ist. Und das Ding brummte: Im August 2013 wurden 60 Prozent des globalen Bitcoin-Handelsvolumens über MtGox abgewickelt. Ein knappes halbes Jahr später wurden die Schleusen dann schon dicht gemacht. Was blieb? Ein klaffendes Loch, das zwischen 650.000 und 850.000 BTC tief sein soll. Es gibt wohl keinen Videoschnippsel, der das MtGox-Schlamassel besser beschreibt, als dieser Southpark-Clip:

(Übrigens, wer die zugehörige Folge „Margaritaville“ noch nicht gesehen hat, sollte das dringend tun. Dreizehnte Staffel, dritte Folge. Gerade für Menschen, die sich mit den Irrungen und Wirrungen des Finanzwesens beschäftigen, ein absolutes Muss!).

Das Geld war also weg. Anschuldigungen gegenüber dem Betreiber Mark Karpelès (der inzwischen hinter Gittern sitzt) ließen darauf schließen, dass es hier nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen war. Dann kam lange nichts. Im September 2018 schien dann alles danach auszusehen, dass die Wallet wieder in Bewegung geraten war. Und die Blockchain zeigte sich wiederum von ihrer besten Seite. Doch lest selbst.

BitFinex, Brock Pierce und weitere Halunken

Ach, BiFi, was hatten wir Spaß. Es gab wohl kaum Bitcoin-Börse, die es mir in den letzten Jahren mehr angetan hatte, als BitFinex. Unsere Lovestory begann im Oktober 2018, als Gerüchte kursierten, die Börse steuere auf einen Bankrott zu. Ich stöberte in den Archiven und fand allerhand Kurioses heraus – in etwa Details über die unheilige Allianz zwischen Brock Pierce und der Börse. Im darauffolgenden April 2019 sollte sich mein Herz gegenüber BiFi erhärten – gemeinsam mit der Schwesterfirma Tether Limited soll die Bitcoin-Börse meines Misstrauens 850 Millionen US-Dollar veruntreut haben. Vorwürfe zur Bitcoin-Kurs-Manipulation setzten dem ganzen die Krone auf.

(Der Vollständigkeit halber: Keine der Vorwürfe gegenüber Bitfinex und Tether konnten bisher letztlich bewiesen werden – bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.)

Binance und ein Hai namens Helen

Wo wir schon dabei sind. Wer nur einen Millimeter unter die Oberfläche des Kryptoversums taucht, wird eher früher als später auf den Namen Binance stoßen. Die Exchange zählt zu den größten Bitcoin-Börsen der Welt und setzt alles daran, die eigene Reichweite auszudehen: Dezentrale Exchange, Optionsscheine, Futures, Binance-Launchpad – you name it. Was bei all den FinTech-Anwendungen hin und wieder unter den Radar fallen mag: Binance Charity. Die Wohltätigkeitsorganisation des Bitcoin-Imperiums setzt sich im Kampf gegen Covid19 ein und half dabei, die Buschfeuer in Australien zu bekämpfen. Von außen alles fein. Doch schaut man hinter die Kulissen, kommen unbequeme Details ans Licht. Helen Hai, die Vorsitzende von Binance Charity soll eine Schuhfabrik in Äthiopien betrieben haben. Die Arbeitsbedingungen, unter denen die Arbeiter die Schuhe herstellten, sollen dabei alles andere als wohltätig gewesen sein.

Bitcoin: Behörden nehmen bisher größten DarkNet-Kinderporno-Ring hoch

Und tiefer tauchen wir. Es geht bergab. Spätestens seit mit Silk Road der erste Online-Schwarzmarkt im DarkNet entstanden war, war Bitcoin für illegales Handeltreiben attraktiv geworden. Zu verlockend, alles, was analog schief gehen konnte, ins (dunkle) Netz zu verlegen. Letztlich unterliegen die meisten Kriminellen dabei jedoch einem Fehlschluss, der den Behörden in die Hände spielt. Denn viele denken, Bitcoin wäre anonym. Ist er aber nicht. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es Ermittlern immer wieder gelingt, Kriminellen die silberne Acht anzulegen. So geschehen im Oktober 2019. Internationale Ermittler schafften es, den bis dato größten Ring für Kinderpornographie zu sprengen. Bitcoin sei dank.

Die John McAffee Story: Wie man durch Paranoia zum Millionär wird

John McAffee müsste inzwischen sein eigenes Glied im öffentlichen Fernsehen verspeist haben. Denn ebendieses hatte er verwettet, sollte der Bitcoin-Kurs nicht die 1 Million US-Dollar-Marke knacken. Aktuell sind wir davon noch ziemlich weit entfernt. Diese Wette und seine sonst bisweilen kruden Aussagen waren Grund genug, sich den Bitcoin-Shiller obersten Ranges genauer anzusehen. Und siehe da: Allerhand kuriose, amüsante, aber auch zutiefst verstörende Informationen traten da zu Tage. Sie zeigten: Wie man durch Paranoia zum Millionär wird. (Und das Geld danach wieder verzockt).

5 Bitcoin-Verschwörungstheorien, die sich gewaschen haben

Herr Ober? Einmal Hirnwäsche bitte. Ich glaube, beim letzten Mal Popeln, da war Gehirn dabei. Und ich glaube auch, dass der Geheimdienst der USA Bitcoin erfunden haben, um die Welt auszuspionieren. Folgerichtig ist Donald Trump Satoshi Nakamoto. Klingt komisch? Ist auch so.

Doch ich kann euch beruhigen, die CIA war nicht allein. Der Teufel hatte da auf jeden Fall auch seine Hörner im Spiel und unsere Gesellschaft wird bald zusammenbrechen. Und das alles wegen Bitcoin. Wo wir schon dabei sind: Bill Gates will die Welt mit Microchips unterwerfen. Davor ziehe ich den Alu-Hut.

BitQT: Betrug oder schneller Bitcoin-Reichtum?

Es könnte alles so einfach sein. Einfach 250 Euro überweisen, Arbitrage-Trading über Bots laufen lassen und dabei fett abkassieren. Das Geile daran: Kann man auch noch von der Südsee-Insel aus machen, während man in der Hängematte lümmelt und das einzig nervige die schmelzenden Caipirinha-Eiswürfel sind. Klingt aber irgendwie zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch. Denn die meisten Anbieter, die mit exorbitanten Gewinnen und dem Traum vom großen Geld werben, sind nichts als Luftbuden. Mit Bitcoin reich werden? Das geht unter Umständen schon. Aber nicht so schnell. Vor allem nicht so schnell, wie es etwa BitQT verspricht. Doch die Betreiber (die bis heute nicht auf unsere Anfragen reagiert haben), sind dabei immerhin transparent. Schon im Kleingedruckten auf der Hauptpage steht, dass es die Trading-Software, mit der sie werben, überhaupt nicht gibt.

Shut up and take my money!!!!

DeFi: Zocken auf richtig hohem Niveau

Und so schließt sich der Kreis. Als ich bei BTC-ECHO angefangen habe, war der ICO-Hype genauso wie der Bitcoin-Kurs gerade dabei, in die Höhe zu schießen. Dann kurze Zeit später kam der Peak und noch kürzere Zeit Später der Zusammenbruch. Da stand ich nun mit meinen 450 MIOTA, die ich für jeweils 3,50 US-Dollar gekauft hatte. Und ich schaute ziemlich doof aus der Wäsche – als hätte ich mit der XRP-Army nicht schon genug Stress.

Hätte ich doch rechtzeitig verkauft, wäre ich doch nicht gierig geworden, dann… hätte ich wahrscheinlich eine der wichtigsten Lektionen des Krypto-Wahnsinns dankbar übersprungen: Hier wird einfach verdammt viel gezockt.

Wer braucht über 5.000 (Krypto-)Währungen? Wirklich kein Mensch. Das bedeutet jedoch nicht, dass man nicht mit jeder einzelnen ordentlich Geld scheffeln kann, man muss nur wissen wie. Die wenigsten, die vom Krypto-Markt etwas verstanden haben, würden heute noch in ICOs investieren. Doch der Krypto-Markt wäre nicht der Krypto-Markt, wenn er nicht längst ein neues Ass im Ärmel hätte. Es kommt mit dem fancy Namen Decentralized Finance (DeFi) daher und verspricht Renditen von bis zu 200 Prozent jährlich, wahrscheinlich ist noch sehr viel mehr möglich. Am Horizont des Bitcoin-Ökosystem bläst sich aktuell eine Blase auf, die einigen Tradern noch sehr viel Kohle in die Tasche spülen wird. Ich denke: Wer da mitmachen will, hat noch gute Chancen. Ich bin aber raus.

In diesem Sinne.

So long.

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